Sonntag, 25. Juni 2017

Rezension - Nordwärts - Die Phileasson-Saga - Bernhard Hennen und Robert Corvus

Die Phileasson-Saga – Nordwärts
Von Bernhard Hennen und Robert Corvus
Fantasy, Abenteuer
Band 1 von 12
496 Seiten
Als broschiertes Taschenbuch für 14,99 € (hier)


"Möge euer Ehrgeiz weiterhin in euch brennen, denn dort wird es sonst nichts geben, das euch wärmt."
- Nordwärts, die Phileasson-Saga, Bernhard Hennen, Robert Corvus, Heyne


Die berühmtesten Kapitäne Asleif Philesson und Beorn, der Blender, liegen im ewigen Streit darum wer von ihnen der bessere Seefahrer ist. Um diesen Streit endgültig zu beenden begeben sie sich auf einen gefährlichen Wettstreit. Jeder von ihnen muss eine Mannschaft zusammen stellen und hat dann 80 Wochen zeit  12 Aufgaben zu meistern und die Seefahrt im tiefsten Winter zu überstehen. Keiner der Beiden will sich von dem Anderen abhängen lassen. Die ehemaligen Freunde gönnen sich nur nichts mehr. Beorn möchte so entschlossen gewinnen, das er dafür sogar die Regeln außer acht lässt.


Die Bücher sind eine Romanverfassung der Phileasson-Saga Kampagne, des Pen&Paper Spiels Das schwarze Auge. So kommt es das im Buch der gesamte Fokus auf das Abenteuer und die zu bewältigenden Schwierigkeiten liegt. Es gibt keine Liebesgeschichte, lediglich ein paar kleinere Andeutungen. Und es wird auch kein Augenmerk auf Sex gelegt, womit man ja heute bei erwachsenen Fantasy fast schon rechnet. Und das mochte ich wirklich sehr. So kommt die Geschichte schnell voran und man bekommt viel vom Abenteuer und dem Leben auf der See mit.
Die gesamte Reihe ist angehaucht von nordischer Mythologie und dem Wikingerleben, wodurch vielen Parallelen entstehen und ich manchmal vergessen habe, das es ein Highfantasy Buch ist und keine richtige Wikingergeschichte.
Der Schreibstil ist wirklich sehr flüssig und man fliegt gerade zu durch die Seiten. Leider werden Beschreibungen vom Aussehen der Charaktere und der Orte an denen sie sich befinden, nur sporadisch ausgeführt, was mich jedoch überraschender Weise nicht sehr gestört hat obwohl derweiliges mir sonst immer ein Dorn im Auge ist.
Auf den letzten Seiten des Buches gibt es noch ein Glossar zu den Charakteren, Göttern und Begriffen, das wirklich sehr hilfreich ist. Dennoch ist es wahrscheinlich besser, wenn man ein kleines Vorwissen an Schiffen und Booten mitbringt, denn ich war teilweise mit den Begriffen die vorkamen, als die Charaktere auf See waren, etwas überfordert. Natürlich gibt es im Buch auch eine Karte, die jedoch zu lang ist und deshalb halbiert gedruckt ist. Der "wichtige" Teil der Karte ist auf der Rückseite des Covers und der zweite Teil auf der anderen Seite der Buchrückseite.


In vielen Rezension haben Leser bemängelt, dass sie der Prolog sehr abgeschreckt hat, undzwar nicht nur durch die Seitenlänge von etwa 80 Seiten. Sondern vor allem durch seine Brutalität. Im Prolog gibt es Vergewaltigung und Totschlag, was durch Minderjährige passiert.
Mich persönlich hat das nicht abgeschreckt. Ich habe schon einige brutalere Dinge in Büchern und Serien erlebt. Und mit Brutalität und Vergewaltigung sollte man immer rechnen, wenn etwas von Wikingern und wikingerorientierten Personen handelt.


Ein spannender Auftakt für eine komplexe Geschichte zwischen zwei Feinden, die einst Freunde waren.


4 von 5 Sternen


~Cino