Freitag, 10. September 2021

Rezension 'Was man von hier aus sehen kann'


 Titel: Was man von hier aus sehen kann

Autorin: Mariana Leky

Verlag: Dumont

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KlappentextSelma, eine alte Westerwälderin, kann den Tod voraussehen. Immer, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Unklar ist allerdings, wen es treffen wird. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, erzählt Mariana Leky in ihrem Roman. 
Was man von hier aus sehen kann ist das Porträt eines Dorfes, in dem alles auf wundersame Weise zusammenhängt. Aber es ist vor allem ein Buch über die Liebe unter schwierigen Vorzeichen, Liebe, die scheinbar immer die ungünstigsten Bedingungen wählt. Für Luise zum Beispiel, Selmas Enkelin, gilt es viele tausend Kilometer zu überbrücken. Denn der Mann, den sie liebt, ist zum Buddhismus konvertiert und lebt in einem Kloster in Japan …

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Rezension
 
Ich habe das Buch in der Bücherei gesehen, und die Handlung hat mich direkt angesprochen. Eine Frau, die im Traum ein Okapi sieht, und im Anschluss stirbt jemand im Dorf? Ich war sehr gespannt auf dieses Buch und bin mit ziemlich hohen Erwartungen dran gegangen.
Man begleitet die Protagonistin, Luise, in drei Teilen. Teil 1 erzählt von Luises Kindheit. Sie und ihr bester Freund Martin werden in ihren kindlichen Handlungsarten thematisiert und dargestellt. Es wird ihr Älterwerden und allgemein der Alltag der zwei beschrieben.
Die Figuren werden allgemein sehr authentisch und lebendig dargestellt. Wir haben Selma, die für alle immer einen guten Rat hat und trotz ihrer Träume immer alle beruhigen kann, den klugen Optiker, der für mich eine absolute Großvater-Mentalität hat und sich liebevoll um alle kümmert, oder die griesgrämige Marlies, die niemanden sehen und einfach allein sein möchte. Die Kinder, Luise und Martin, sind mir mit ihrer kindlichen Art direkt ins Herz gewachsen; außerdem fand ich es super schön, Luise quasi beim aufwachsen zuzusehen. Allgemein war die Luise eine sehr authentische Protagonistin. Auch als sie später als Mittzwanzigerin im Mittelpunkt der Handlung stand, hatte sie immer noch ein junggebliebenes Wesen. Das gefiel mir ganz besonders.
Generell hat die Autorin ein absolutes Talent, Sätze poetisch und tiefgründig zu schreiben. Leki schafft es, mit ausgeschmückten Formulierungen und wundervollem Wortbuilding eine tolle Atmosphäre zu erschaffen. Ich habe gelacht, gezweifelt und bitterlich geweint. Gerade zum Schluss des Buches wurden einige Taschentücher verbraucht. Der unvergleichbare Schreibstil hat sich mit der Handlung der Geschichte und meiner emotionalen Stabilität nicht gut vertragen. Eine großartige Handlung gibt es in dem Buch nicht, man plätschert quasi dahin und lebt mit den Charakteren - beobachtet sie in schwierigen, schönen, traurigen und wütenden Momenten.
Ich habe mich lang nicht mehr so wohl in und mit einem Buch gefühlt. Eine absolute Leseempfehlung gibt es darum von mir für dieses Buch!

Sonntag, 1. August 2021

Rezension Die 7 Kreise der Hölle'

Titel: Die 7 Kreise der Hölle
Autor: Uwe Wilhelm
Verlag: blanvalet
Genre: Thriller
Hier geht's zum Buch!

Inhalt:

Am Ende erwartet euch nur der Tod ... Staatsanwältin Helena Faber zwischen Gesetz und Selbstjustiz. 

Als sie sie das letzte Mal sah, spielten sie vor dem Haus ... Seitdem erlebt die Berliner Staatsanwältin Helena Faber den Albtraum jeder Mutter: Ihre Töchter wurden entführt. Und zwar von den Männern, gegen die sie im brisanten Dionysos-Fall ermittelte. Nur einer kann ihr helfen: Rashid Gibran, der trotz seiner Verbindung zum Psychopathen Dionysos auf freiem Fuß ist. Helena kennt die Beweggründe des dubiosen Professors nicht, doch sie wird alles tun, um ihre Töchter zu retten. Es ist der Beginn einer Jagd, die Helena in die Untiefen eines grausamen und mächtigen Menschenhändlerrings führt – und bei der sie so brutal wie ihre Gegner wird ..

*vorsicht Spoiler*
Meine Frage, die sich nach dem zweiten Teil dieser Reihe gestellt hat ist: Wie viel kann ein Mensch ertragen, ohne große psychische Schäden davonzutragen, ja ihne zu zerbrechen?
Es handelt sich hierbei um die Fortsetzung von 'Die 7 Farben des Blutes'. Falls einige schon länger mit dabei sind erinnern sie sich vielleicht noch an meinen Special-Blogpost, inklusive Autoreninterview, für alle anderen die es nicht gelesen haben oder nochmal lesen wollen, verlinke ich es hier.
In diesem Teil geht es um die Entführung von Helena Fabers Kinder. Im Laufe des Buches wird deutlich, dass diese von einer Gruppe verschleppt wurde, die vorallem Mädchenhandel betreiben (bevorzugt in Ländern wie Saudi-Arabien oder in der Türkei, wo übrigens auch ein Großteil der Handlung spielt) und Mädchen je nach Nationalität und Alter dementsprechend teuer verkaufen.
Es ist erschreckend, we detailliert der Autor die Handlungsschritte und Vorgänge beschrieben hat, im Laufe des Lesens habe ich teils einen unendlich großen Hass auf die Figuren entwickelt.
Wie zu Beginn erwähnt, stehen Fabers Töchter im Vordergrund. Diese sind 11 und 13 Jahre alt, zu bemängeln habe ich an dieser Stelle, eben wie im ersten Band, dass sie aufgrund bestimmter Handlungen, Ausdrucksweisen und Persönlichkeiten ohne Probleme auch älter hätten sein können.
Im Gegensatz zum ersten Teil steht allerdings die Figur Helena Fabers. Während sie mir in Band 1 echt sympathisch war und ich mit ihr mitempfinden konnte, fand ich sie in diesem Teil ein wenig komisch. Ich weiß nicht woran das lag, oder ob es nur an mir lag, aber manche Handlungen von ihr konnte überhaupt nicht nachvollziehen. Und angesichts der Tatsache, was ihr in Band 1 widerfahren ist, ist es echt unwahrscheinlich, dass sie keinerlei psychischer Probleme mit sich trägt oder bekämpfen muss. Dies ist ebenfalls ein Aspekt, der mich teilweise sehr gestört hat. Es wird regelmäßiger Psychoterror auf die junge Staatsanwälting ausgeübt, aber sie lässt es regelrecht kalt. Wird unter Drogen gesetzt/abhängig 'gemacht', aber kann danach noch ohne psychologische und vorallem ärztliche Hilfe auf Entzug gesetzt werden und schließlich auch wieder stringente Schlüsse ziehen.
Das Ende hat mir ebenfalls nicht so gut gefallen, es wird leider nur in ein bis zwei Sätzen beschrieben, was mit der kleinsten Schwester geschehen ist, dafür dass die beiden Entführungen im Vordergrund standen, hat man über den Zustand der Kinder viel zu wenig erfahren.
Alles in allem aber wieder ein gelungener Thriller, den ich auch in einem Nachmittag durchgelesen hatte. Ich vergebe aufgrund der wenigen Mängel 4/5 Sternen!

Donnerstag, 22. Juli 2021

Rezension zu "Revenge - Sternensturm" von Jennifer L. Armentrout

Allgemeines:
Titel: Revenge - Sternensturm
AutorIn: Jennifer L. Armentrout
Verlag: Carlsen
Genre: Jugendbuch, Fantasy, Romanze
Originaltitel: The Darkest Star
Seitenzahl: 443
Preis: 19,99€ (HC); 13,99€ (E-Book); 16,45€ (Hörbuch)
ISBN: 978-3551584014
Erscheinungsjahr: 2018


Inhalt:
Als Evie vier Jahre nach der Invasion der Lux, Aliens, die wie Menschen aussehen, aber mithilfe von Licht ungeheure Kräfte entwickeln können, in den "Vorboten", einen Club, der Bekannt für seine nicht nur menschliche Kundschaft ist, hineinspaziert, weiß sie noch nicht, in was für eine Welt sie sich damit begibt. Denn im Vorboten trifft sie Luc - super unverschämt, aber auch super attraktiv-, von dem sie noch nicht weiß, wer oder was er ist. Obwohl Evie Luc auf den Tod nicht ausstehen kann, zieht er sie immer weiter in seine Welt und sie erfährt Dinge, die ihr Leben für immer verändern werden...


Meine Meinung:
Als ich "Revenge" in der Buchhandlung meines Vertrauens sah, war mir sofort klar, dass ich es auf der Stelle kaufen muss und ich kann direkt sagen, es war definitiv die richtige Entscheidung!


Nach nur wenigen gelesenen Seiten wusste ich sofort, dass zumindest Evie als weibliche Hauptfigur genau das war, was ich mir wünsche und das hat sich auch im Verlauf der Handlung nicht geändert. Ich konnte mich einfach super mit ihr identifizieren und habe immer mehr mit ihr gelitten, gezweifelt und mich mit ihr gefreut. Auf der einen Seite ist sie ein Mädchen wie jedes Andere, sie versucht durch die High School zu kommen und verbringt Zeit mit ihren Freunden. Auf der anderen Seite ist sie super mutig, aber nicht ohne Angst zu haben. Diese Balance macht sie sehr authentisch.
Auch Luc, den man ja bereits aus der vorhergehenden Reihe kennt, hat mir als Figur super gefallen. Es war interessant zu sehen, wie er sich zu einem jungen Mann weiterentwickelt hat und er hat es mit seiner Art geschafft, mich problemlos um seinen Finger zu wickeln.


Auch die Handlung ist super gelungen, das Spannungslevel ist eigentlich immer hoch und man fiebert mit. Es gibt eine Vielzahl von Momenten in der Handlung, bei denen mir einfach die Kinnlade runtergeklappt ist und ich nicht glauben konnte, was ich gerade gelesen habe. Des Weiteren war die Handlung stringent und obwohl das Buch innerhalb einer relativ kurzen Zeit spielt, ist es nicht langwierig.


Das Einzige, was den Lesefluss oftmals unterbrochen hat, war der Schreibstil. Dieser war, anders als in den anderen Büchern, die ich bisher von Armentrout gelesen habe, teilweise sehr holprig, die Formulierungen, zum Beispiel in den Dialogen zwischen Evie und Luc, waren häufig wirklich unpassend. Das hat mich immer wieder verwirrt und war einfach störend an einigen Stellen.


Ein letzter positiver Punkt ist die Tatsache, dass "Revenge" sich problemlos lesen lässt, ohne das man "Obsidian" und Co. gelesen hat. Die Geschichte ist auch ohne "Vorkenntnisse" problemlos verständlich und alles wichtige wird nochmal erklärt. Das einzige was dann fehlt, sind die Anspielungen auf Ereignisse aus den anderen Büchern, die man nicht versteht, was aber kein Problem ist. Für mich waren diese jedoch ein netter Beigeschmack, da bei der Erwähnung altbekannter Figuren mein Herz immer wieder aufgegangen ist.


Fazit:
Abschließend kann ich sagen, dass ich "Revenge" auf jeden Fall all denen ans Herz legen kann, die bereits die "Obsidian" Bücher mochten oder generell Fans von Fantasy - Büchern mit einem etwas größeren Hauch Romantik sind.
Ich für meinen Teil freue mich auf die Fortsetzung und kann euch allen empfehlen, sich ebenfalls an die Welt der Lux heranzutrauen!
Dafür vergebe ich insgesamt
4 bis 4,5 von 5 Sterne!


Hier kommt ihr direkt zur Amazon Seite von "Revenge - Sternensturm" von Jennifer L. Armentrout.


LG Tosca :-)

Montag, 5. Juli 2021

Rezension - Die Krone der Dunkelheit - Laura Kneidl


Die Krone der Dunkelheit
Von Laura Kneidl
Fantasy, Jugendbuch
Band 1 von 3
640 Seiten
Als Taschenbuch für 15,00 € (hier)




„Ein paar Herzschläge blieb er dort hocken und wartete auf das schlechte Gewissen, das ihn spüren ließ, dass er noch kein Monster war. Doch mit jedem weiteren Mord wurde das Gefühl der Schuld in seiner Brust schwächer, und bald würde es schon ganz verschwunden sein.“
-         - Die Krone der Dunkelheit, Laura Kneidl, Piper Verlag



Sieben Jahre ist es her, dass Freyas Zwillingsbruder Talon verschwand. Für ihre Eltern ist er tot und sie haben die Suche nach ihm aufgegeben. Aber Freya kann ihn nicht loslassen. Obwohl der Gebrauch von Magie in ihrem Land mit dem Tod bestraft wird, beschwört Freya sie in einem Ritual um herauszufinden wo ihr Bruder steckt.
Währenddessen wagte sich das Straßenmädchen Ceylan nach Jahre langem Training endlich an die Mauer mit dem Ziel Wächterin zu werden. Die Erste überhaupt, denn an der Mauer, die die Reiche der Fae und der Menschen trennt wird von unsterblichen Wächtern beschützt, die alle ausnahmslos Männer sind. Doch Ceylan gibt ihren Traum nicht auf und gibt alles um sich zu beweisen.


Das Buch beginnt sehr spannend und aufregend. Ceylan und Leigh konnte ich sofort ins Herz schließen, während ich mit Freya und Larkin einige Probleme hatte, da mich die Beiden ehrlich gesagt nur wenig interessiert haben. Dafür mag jedoch alle anderen Charaktere im Buch um so lieber. Sie sind alle sehr verschieden und stehen auch alle in sehr unterschiedlichen Beziehungen zu einander, was im zweiten Band noch sehr interessant werden könnte, wenn sie noch mehr miteinander konfrontiert werden.
Ab der Hälfte nimmt das Buch leider etwas an Spannung ab, doch dafür finde ich wiederum das Ende sehr gut. Plötzlich und überraschend erwischte es mich und mit einem solchen Ende hätte ich niemals gerechnet.
Den Schreibstil von Laura Kneidl finde ich wirklich schön und locker. Innerhalb von Sekunden taucht man wieder völlig in der Welt des Buches ab.


Ein aufregender Start für eine Trilogie mit vielseitigen Charakteren.


3,5 von 5 Sternen




Donnerstag, 17. Juni 2021

Rezension 'One Last Stop'

 Titel: One Last Stop - Der letzte Halt ist erst der Anfang

Autorin: Casey McQuinston

Verlag: Droemer Knaur, 01.06.2021

Zwei junge Frauen in New York, eine große Liebe und eine zauberhafte Botschaft:
die neue unkonventionelle romantische Komödie von Casey McQuiston

Die New Yorker Studentin August glaubt weder an Hellseherei, noch an die Art von Liebe, über die Filme gedreht werden. Und ganz sicher glaubt sie nicht, dass ihre WG voller liebenswerter Nerds daran etwas ändern wird – oder gar ihre Nachtschichten in einem Pancake House, das seit den 70er Jahren Kultstatus genießt.
Doch dann ist da in der U-Bahn plötzlich Jane – die ebenso schöne wie unmögliche Jane. Um sie wiederzusehen, fährt August täglich zur selben Zeit mit der Linie Q. Und sie beginnt sich zu wundern: Jeden Tag trägt Jane dieselbe Kleidung, niemals scheint sie aus der U-Bahn auszusteigen. Nur langsam begreift August, dass sie sich für Jane auf ein unmöglich scheinendes Abenteuer einlassen muss … Quelle: 
https://www.droemer-knaur.de/buch/casey-mcquiston-one-last-stop-9783426527719 hier gehts auch zum Buch :)

Rezension: Ich bin ja ein riesiger Fan von der Autorin. Seit ich 'Royal Blue' gelesen hab war mir klar, dass die Frau ein unglaubliches Talent für Bücher hat. Ihre Charakter sind unglaublich divers, aber nicht aufdringlich sondern ihre Diversität wird als total normal dargestellt. So, wie es eigentlich immer sein sollte. 🌈 In 'One Last Stop' geht es um ein lesbisches Pärchen, welches sich in der U-Bahn kennenlernt. Jane kann diese allerdings nicht verlassen, da sie durch ein früheres Ereignis in der Londoner Q-Linie gefangen ist. Hier kommt ein kleiner Fantasy-Aspekt rein, was aber dem Buch unglaublich gut tut.

August ist neu in London und wohnt in einer ziemlich verrückten WG. Ihre Mitbewohner:innen sind ganz individuelle Persönlichkeiten. Von einem wird ebenfalls erwähnt, dass er Transsexuell ist. Zudem werden auch verschiedene Kulturen behandelt und eingebracht. Ich finde an diesem Buch sollten sich einige Autor:innen ein Beispiel nehmen!

Zur Handlung: Die Idee mit dem Feststecken in der U-Bahn hat mich am Anfang erst ein wenig skeptisch werden lassen. Mein erster Gedanke war: 'Wie soll das denn funktionieren?' Im Laufe der Geschichte ist mir aber schnell aufgefallen, dass dies ziemlich gut funktioniert und toll gemacht ist. An einigen Stellen war das Buch ziemlich langatmig, aber es ist definitiv lesenswert!

Von mir gibt es für dieses Buch 4,5 Sterne!