Donnerstag, 26. Januar 2017

Rezension zu "Ich gebe dir die Sonne" von Jandy Nelson

Allgemeines:
Titel: Ich gebe dir die Sonne
Autor: Jandy Nelson
Verlag: cbt
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 477
Preis: 17,99€
Originaltitel: I`ll give you the sun


Inhalt:
"Ich gebe dir die Sonne" handelt vom Leben der Zwilinge Noah und Jude - NoahundJude. Obwohl sie von Grund auf unterschiedlich sind, sind die Beiden unzertrennlich. Noah, der zurückhaltende Künstler, verliebt sich in den Jungen von nebenan, während Jude von den höchsten Klippen springt.
Dann jedoch geschieht etwas, was das Leben der Beiden zerstört. Wenige Jahre später sprechen die Beiden kaum noch miteinander. Doch dann trifft Jude auf einen Jungen, einen Künstler, eine verlorene Seele, so wie sie selbst eine zu sein scheint...


Meine Meinung:
Meiner Meinung nach hat Jandy Nelson mit "Ich gebe dir die Sonne" ein einzigartiges Meisterwerk erschaffen. Was sich vom Klappentext her nach einem normalen Jugendbuch anhören mag, steckt bis zum Rand voller Kreativität und Gefühle und ist einfach nur großartig.
Die gesamte Geschichte ist in zwei Handlungsstränge unterteilt, der eine wird vom damals 13-jährigem Noah und der andere von der 16-jährigen Jude erzählt. Diese genaue Unterteilung ist meiner Meinung nach ausgesprochen geschickt, da sie auf der einen Seite in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen Spannung erzeugt und auf der anderen  Seite den Leser unglaublich neugierig macht, da dieser so dauerhaft über das "fehlende Stück" nachdenkt und sich fragt, wie sich die Ereignisse von damals zu dem entwickeln konnten, was sie später einmal sind.
Hinzu kommt, dass der Leser sich durch diese Art des Erzählens sehr gut in beide Hauptfiguren hineinversetzten kann, da Beide einen Teil aus ihrer Sicht erzählen.
Die Handlung selbst ist klar gegliedert und verständlich, die Zeitsprünge stören das Lesegeschehen kein bisschen und der Aufbau der Handlung ist auf einander aufbauend und logisch.
Auch die Figuren haben mir unglaublich gut gefallen, besonders Noah hat mich als Figur komplett begeistert. Oft werden Talente von Figuren komplett überzeichnet dargestellt, doch die Erwähnung von Noahs künstlerischem Talent erscheint hier total natürlich, nicht unrealistisch oder übertrieben.
Auch Jude ist eine sehr gut gestaltete Figur mit unglaublich viel Tiefe in die ich mich während des Lesens sehr gut hineinversetzten konnte. Auch die charakterliche Entwicklung der Beiden konnte man während des Lesens immer wieder feststellen, die Beiden sind erwachsener und reifer geworden.
Ein weiterer Aspekt, der mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist die Tatsache, dass Kunst in dem Roman eine ziemlich große Rolle spielt. Für Viele dürfte das kein besonders wichtiger Aspekt sein, jedoch fand ich es äußerst interessant einen kleinen Einblick in das Leben eines Künstlers wie Noah zu werfen und zu erleben, wie er die Welt in Hinsicht auf manche Dinge sieht.
Wie eigentlich alles an diesem Buch, hat mich auch Jandy Nelsons Schreibstil von Grund auf begeistert. Er war frisch und locker und sehr unterhaltsam und ganz besonders: sehr gefühlvoll. Oftmals hat er es geschafft, mich total zum Lachen zu bringen, in manchen Momenten hat er aber auch geschafft, mir die ein oder andere Träne in die Augen zu treiben.
Hinzu kommt, dass "Ich gebe dir die Sonne" mal etwas ganz anderes ist. Derzeit habe ich beim Lesen von Jugendbüchern oftmals das Gefühl, das gleiche Buch schon in hundertfacher Ausführung gelesen zu haben. Nicht so bei diesem.  Es steckt voller frischer, neuer  Ideen und ist in jeder Hinsicht einfach nur einzigartig und großartig und neuartig und einfach nur genial.


Fazit:
"Ich gebe dir die Sonne" zählt definitiv zu einem meiner Lieblingsbücher und nicht umsonst zu meinen Lesehighlights 2016. Ich möchte es jedem, und zwar wirklich Jedem empfehlen, der gerne Jugendbücher liest, ganz egal welches Genre er sonst bevorzugt. "Ich gebe dir die Sonne" ist einfach nur total großartig und grandios und verdient als Bewertung nichts anderes als
6 von 5 möglichen Sternen!!!! ;-)

LG
Tosca